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Nanotechnologie in China

Nanotechnologie in China

30. April 2019
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Chancen für deutsche Unternehmen

China ist nach wie vor Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner. Die Zusammenarbeit ist geprägt von gegenseitigen Investitionen, engen Forschungs- und Wissenschaftsbeziehungen sowie dynamischem Handel. Auch wenn für 2019 mit maximal 6,5 % ein geringeres Wirtschaftswachstum als in der Vergangenheit erwartet wird, bleibt das Land weltweit die Konjunkturlokomotive Nummer 1. Die Zentralregierung unter Parteichef Xi Jinping hat seit ihrem Amtsantritt 2013 weitreichende Wirtschaftsreformen eingeleitet, die unter anderem auf die Modernisierung der Produktionsstrukturen und die Intensivierung der Forschungs- und Entwicklungsbemühungen abzielen. Die Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft zu innovationsgetriebenem Wachstum ist in vollem Gange. Mit der Industriestrategie „Made in China 2025“ wurden unter anderem die Zukunftsbranchen aus dem Bereich der Nanotechnologie identifiziert, in denen das Land zum globalen Technologieführer werden soll. Dazu wirbt China verstärkt um ausländische Forscher und tätigt massive Auslandsinvestitionen.

Im Bereich der Nanowissenschaften und -technologien wurde die Entwicklung durch verschiedene staatliche Initiativen und Investitionen seit dem Jahr 2000 nachdrücklich angeregt. So wurde 2003 das National Center for Nanoscience and Technology (NCNST) gegründet und chinesische Universitäten erhielten vom Bildungsministerium in den vergangenen fünf Jahren über 500 Millionen RMB (über 66 Millionen Euro) an Forschungsgeldern für das Feld der Nanotechnologie. So wurde China zum weltweiten Zentrum für Forschung und Entwicklung in der Nanotechnologie. Um das wirtschaftliche Wachstum im Bereich der Nanotechnologie anzukurbeln, investiert die Regierung mittlerweile vermehrt in die Industrialisierung der Technologie, sodass die Ergebnisse der Grundlagenforschung zunehmend in konkrete Anwendungen übersetzt werden. Denn auch wenn China weltweit mit Abstand die meisten Patente im Bereich Nanotechnologie angemeldet hat, kommt der Großteil der Patentinhaber aus wissenschaftlichen oder akademischen Institutionen.

Als zentrale Maßnahme zum Ausbau internationaler Kooperationen in der Nanotechnologie wurde 80 Kilometer vor Shanghai in der Stadt Suzhou die Wissenschaftsstadt Nanopolis errichtet. Hier sollen auf einem Quadratkilometer Innovationen und Investitionen unterstützt werden durch technische Infrastruktur, öffentliche Plattformen und industrielle Dienstleistungen. Die Schwerpunkte des Nanopolis liegen in den Bereichen Mikro- und Nanomanufacturing, Energie und saubere Technologien, Nanobiotechnologie und neue Nanowerkstoffe. Als breitgefächerte Gemeinschaft aus Nanotechnologieexperten kommen hier Institutionen aus Forschung und Entwicklung sowohl mit Nano-Start-ups als auch mit großen Nanotechnologieunternehmen zusammen. Seit der Eröffnung 2011 haben sich bereits über 400 Unternehmen mit über 20 000 Mitarbeitern angesiedelt. Auch für deutsche Unternehmen steht Nanopolis offen: neben professionellen Matchmaking Services und der Nutzung industrieller Ressourcen, hilft das Team von Nanopolis auch bei der Registrierung. Geistiges Eigentum wird geschützt durch eine eigene Abteilung für Patentanmeldungen, die ihren Service auch auf Deutsch anbietet. Die Lokalregierung unterstützt mit Vergünstigungsprogrammen internationale Nanotech-Kooperationen und vergibt Fördergelder für die Errichtung internationaler Nanotech-Center im Nanopolis. Finnland, Tschechien und die Niederlande haben bereits auf staatlicher Ebene Kooperationszentren errichtet und verknüpfen ihre transnationalen Ressourcen im Bereich Nanotechnologie.

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